Thea Frank, geb. Schintag

Von 1989 - 2015 Schriftleiterin des Teils "Albatal / Mense" für das Heimatblatt "Mei Heemt"
und
von 1989 bis 2016 Gemeindebetreuerin von Gießhübel / Adlergebirge

Thea Frank wurde am 5.5.1933 als Tochter von Josef Schintag und seiner Frau Gertrud in Gießhübel im Adlergebirge geboren. Sie besuchte die vier Klassen der dortigen Volksschule und 1 Jahre (bis zum Kriegsende im Mai 1945) die Hauptschule (frühere Bürgerschule) in Gießhübel. Am 1.6.1945 wild "heim ins Reich" vertrieben, lebte sie fast ein Jahr - zusammen mit ihrer erkrankten Mutter - in Lewin (Hummelstadt), Kr. Glatz bei ihrer Großmutter. 1946 verstarb -  10 Tage vor der Ausweisung durch die polnische Besatzungsmacht -  ihre Mutter nach langem Leiden. Der Vater war im Tschechischen interniert.

Mit ihrer Großmutter kam sie in ein kleines Dorf in Westfalen und besuchte dort die letzte Klasse der einklassigen Volksschule. Ende 1946 kamen aus der sowjetisch besetzten Zone, in die sie ausgewiesen worden waren, ihr Vater und ihre Tante, Frau Martha Jirku. 1947 zogen alle vier in eine Unterkunft bei Laasphe, Kr. Wittgenstein, und Thea Schintag besuchte hier von 1947 bis 1953 die Aufbauschule für Jungen bis zum Abitur.

Anschließend studierte sie 2 Jahre an der Pädagogischen Hochschule in Paderborn und erhielt 1955 ihre erste Stelle als Volksschullehrerin in Iserlohn. Von 1956 bis 1964 war sie an einer Volksschule, stundenweise auch an einer Realschule, in Gevelsberg tätig. 1964 übernahm sie als abgeordnete Lehrerin eine Sonderschulklasse für lernbehinderte Kinder in Hagen und studierte nachträglich von 1965 bis 1967 am Heilpädagogischen Institut in Dortmund. Hierauf war sie bis 1978 an Sonderschulen in Hagen tätig.

1967 heiratete Thea Schintag den Heilpraktiker Karl-Heinz Frank. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Als 1988 ihr Mann nach langer Krankheit verstarb, übernahm sie ab 1989 zunächst die Schriftleitung für einen Teil unseres Heimatblattes "Mei Heemt" und wenig später auch die Gemeindebetreuung für Gießhübel.

Da sie gerade erst 12 Jahre alt geworden war, als sie ihren Geburtsort verlassen musste, war eine intensive Einarbeitung nötig, um mit den Gießhüblern und ihrem "Staadtla" wieder vertraut zu werden. Da ihr Vater lange Zeit die Ortsbetreuung inne hatte, war zum Glück viel über daheim gesprochen worden, auch wenn oft nur mit halbem Ohr hingehört wurde. Aber jetzt wurden doch die Erinnerungen wieder wach und halfen bei der Bewältigung der zunächst unlösbar erscheinenden Aufgabe.

So legte Thea Frank den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Kontaktpflege mit "ihren" Gießhüblern, wo immer sie auch wohnen, ob in Deutschland, im heutigen Tschechien, in der Schweiz, Irland, Kanada oder Australien. Auch heute noch schreibt sie nach wie vor alle Geburtstagskinder an, mit einer Karte, auf der sich ein typisches Foto aus dem Heimatort befindet und sie versucht, die ehemaligen Mitbürger zu Treffen zusammenzuholen und dort heimatliches Brauchtum und heimatliches Kulturgut wieder aufleben zu lassen. Seit sie die Gemeindebetreuung übernommen hat, regte sie zu folgenden Treffen an, deren Leitung sie bis 1995 selbst übernahm und an deren Organisation sie beteiligt war:

6.10. - 8.10.1989       Treffen im Kloster Rohr/Nb. mit 120 Teilnehmern
13.9. - 15.9.1991       Treffen im Kloster Rohr mit 132 Teilnehmern
10.9. - 13.9.1992       Treffen in Gießhübel mit 270 Teilnehmern
29.8. - 3.9.1994         Treffen in Gießhübel mit 200 Teilnehmern;
8.9. - 10.9.1995         Treffen im Kloster Rohr mit 42 Teilnehmern.
2.9. - 8.9.1996            Treffen in Gießhübel mit 142 Teilnehmern.
1.9. - 7.9.1997            Treffen in Gießhübel mit ca. 100 Teilnehmern,
30.8. - 4. 9.1999         Treffen für die Gießhübler mit über 90 Teilnehmern in Deschnei
8.9.2001                      Treffen für die Gießhübler in Lübtheen (Mecklenburg) mit ca. 60 Teilnehmern

An allen Treffen in Rohr nahm der Prior des Klosters teil, zu allen Treffen in Gießhübel bis einschließlich 1997 kam der damals amtierende Bischof von Königgrätz, Karel Otcenasek, zum Treffen 1999 war stellvertretend der Weihbischof Blaha aus Brünn da. An den Treffen in Gießhübel waren außerdem immer der jeweils zuständigen tschechischen Pfarrer, der amtierende tschechische Bürgermeister, die Leiterin der tschechischen Schule und die Leiterin des Museums als Gäste anwesend.

An der Erstellung einer Gedenktafel für die Kriegs- und Nachkriegsopfer war Thea Frank wesentlich beteiligt; sie führte die notwendigen schriftlichen Verhandlungen mit den Angehörigen der Nachkriegsopfer, mit dem tschechischen Bischof von Königgrätz und mit dem zuständigen Bürgermeister von Olesnice/Gießhübel.

Thea Frank nimmt, soweit es ihr möglich ist, auch die Gelegenheiten wahr, bei anderen Treffen, wie dem Sudetendeutschen Tag, den Treffen für das Obere Adlergebirge in Mitwitz, Oelde und Waldkraiburg, bei kleineren Zusammenkünften, wie z. B. Treffen der Gießhübler in Grevesmühlen und Lübtheen, die Kontakte zu ihren Heimatfreunden aufzubauen, zu pflegen und zu erhalten.

Ein weiteres Anliegen von Thea Frank ist die Erhaltung und Pflege dessen, was an Überlieferung aus der Vergangenheit ihres Heimatortes erhalten werden konnte. Sie trägt alles zusammen, was sie über Gießhübel im Adlergebirge erfahren kann. In Zusammenarbeit mit Helmut Kluger hat sie im Internet das Archiv über ihren Heimatort Gießhübel und seine Bewohner erstellt.

Am 5.7.1998 wurde Thea Frank vom Landschaftsrat der

Ehrenbrief der Heimatlandschaft "Adlergebirge" - Sudetenland -

als sichtbares Zeichen der Anerkennung für langjährige Verdienste um die Pflege und Erhaltung unserer Heimatgemeinschaft und ihres kulturellen Erbes verliehen.

Am 22.6.2000 erhielt sie von den Organisatoren des Treffens "Oberes Adlergebirge" in Mitwitz eine Dank-Urkunde für jahrelange Hilfsbereitschaft und Unterstützung bei der Durchführung ihrer Heimattreffen.

Am 12.3.2005 ehrte sie der Verein Adlergebirge für ihre verdienstvolle Arbeit um die verlorene Heimat durch die Verleihung der

Goldenen Ehrennadel des Adlergebirges.